Welches Equipment wirklich nötig ist

Ein bisschen Equipment, und schon sehen Ihre Videos erheblich professioneller aus. Welches Equipment Sie wirklich brauchen.

 


Ich stelle Ihnen hier Equipment vor, das sich vielfach bewährt hat und das ich selbst nutze – auch für meine Seminare. Neben konkreten Emfpehlungen für Mikro und Selfiestick zeige ich Ihnen auch Video-Ausrüstung, die nicht zwingend erforderlich ist, aber tolle Aufnahmen ermöglicht oder eine Arbeitserleichterung mit sich bringt. Wählen Sie das Zubehör aus, das für Ihre Bedürfnisse sinnvoll ist.

 

Bei den Produkten handelt es sich um meine persönlichen Empfehlungen. Sie sind nicht das Ergebnis einer Kooperation. Für den Text habe ich kein Honorar oder sonstige Gegenleistungen erhalten.

 


Inhalt:


Dieses Equipment ist wirklich nötig

 

Bideos mit dem Smartphone: Ausrüstungo

 

Lassen Sie sich von niemanden einen Bären aufbinden oder kostspieliges Video-Zubehör aufschwatzen. Nur zwei Dinge brauchen Sie zwingend, wenn Sie gute Videos mit dem Smartphone filmen wollen:

 

1. Mikrofon

2. Selfiestick

 

  • Ein Mikro ist für den Ton unentbehrlich (insofern im Video Menschen sprechen sollen)
  • Der Selfistick dient 1. als Handhalterung, mit der Sie das Smartphone viel stabiler halten können als mit den Händen und 2. bekommen Sie mit dem Selfiestick ungewöhnlich tolle Perspektiven hin.

 

Ansteck-Mikro

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Warum brauche ich ein Mikrofon?

Jedes Smartphone besitzt ein eigenes, integriertes Mikrofon. Das genügt zum Telefonieren oder als Diktiergerät. Wenn Sie aber Videos produzieren und darin Leute sprechen sollen, reicht das integrierte Mikro nicht aus.

Erstens ist die Qualität nicht gut genug und zweitens überlagern Nebengeräusche den sprechenden Protagonisten derart, dass die Aufnahme unbrauchbar ist. Das interne Mikro zeichnet nämlich nicht nur die Sprache des Protagonisten auf, sondern alle Geräusche im Umfeld, z.B. murmelnde Menschen auf der Veranstaltung, brummende Ventilatoren im Büro, hupende Autos auf der Straße etc. Darum brauchen Sie ein Mikrofon.

 

Welches Mikro ist das richtige?

Reporter-Mikrofone im Bild mag ich für Webvideos überhaupt nicht – sie passen nicht zu dem jungen Medium und wirken antiquiert. Es nervt, wenn im Video das Mikro zwischen Reporter und Protagonisten hin- und hergeschwenkt wird (abgesehen davon, funktionieren diese Art von Interviews ohnehin nicht im Web). Im Webvideo wollen wir es lässiger. Darum bin ich ein großer Freund von Ansteck-Mikros.

 

Ich mag Mikros mit Kabel. Denn: Ein Kabel ist ein Kabel. Es funktioniert. Im Gegensatz zu manchen Blutooth-Mikros, bei denen die Verbindung abbrechen kann.

 

Vorteile des Ansteck-Mikros

  • Ansteckmikros sind immer nah genug am Mund und nehmen den Ton darum immer laut genug auf – im Gegensatz zu Reporter-Mikros.
  • Protagonisten werden von Ansteck-Mikros nicht eingeschüchtert – wie das oft bei den großen Reporter-Mikros der Fall ist. Darum wirken diese Protagonisten entspannter und sprechen freier.
  • Ansteckmikros stören nicht im Bild – man sieht sie nämlich kaum (das Kabel verstecken Sie unter dem Pullover, T-Shirt oder der Bluse).

 

Es gibt eine Menge Ansteck-Mikros für Smartphones zu kaufen, schon für 10 Euro. Trotzdem möchte ich ein Mikro empfehlen, das etwa 45 Euro kostet. Es zeichnet in einer unglaublich guten Qualität auf. Das iRig Lavaliermikro hat auch einen zweiten Vorteil: Man kann zwei Ansteck-Mikros zusammenstecken und den Ton von zwei Leuten gleichzeitig aufnehmen.

 

Selfiestick

Ein Selfiestick ermöglicht tolle Perspektiven.

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Warum brauche ich einen Selfiestick?

Auch, wenn Sie sich am Anfang mit dem Selfiestick in der Hand ein bisschen blöd vorkommen, so werden Sie ihn bald lieben. Sie werden sich fragen, wie Sie bisher ohne Selfiestick überhaupt filmen konnten.

 

Einer der größten Vorteile des Smartphones als Videokamera sind die handliche Größe und das leichte Gewicht. In Kombination mit dem Selfiestick eröffnet dies ungeahnte Möglichkeiten für ungewöhnliche Perspektiven:

 

  • Filmen Sie den Protagonisten nicht nur von vorne, sondern auch mal von oben: Mit Hilfe des Selfiesticks geht das ohne Leiter, ohne Stativ und ohne Aufbauten.
  • Produzieren Sie eine Kamerafahrt ohne Kran, indem Sie einfach mit dem Selfiestick durchs Zimmer schwenken.
  • Befestigen Sie den Selfistick mit Smartphone ans Fahrrad und fahren damit herum.
  • Filmen Sie den kleinen Hund auf Augenhöhe, indem Sie den ausgezogenen Selfiestick nach unten halten und neben dem Hund gehen.

 

Nutzen Sie diese Möglichkeiten, dadurch entstehen kleine Video-Meisterwerke.

 

Vorteil von Selfiesticks

  • Mit dem Selfiestick halten Sie das Smartphone stabiler und ruhiger als mit den Händen. Und genau das ist es, was wir wollen: Möglichst wackelfreie Videos.
  • Mit dem Selfistick können Sie raffinierte Perspektiven aufnehmen.
  • Sie können sich mit dem Selfistick wunderbar selbst aufnehmen. Dadurch, dass sich das Smartphone auf dem Selfiestick mit ihnen mitbewegt, sehen die Aufnahmen nicht verwackelt aus. Das ist ein netter Look!

 

Welcher Selfiestick ist der richtige?

Achten Sie beim Selfiestick darauf, dass er eine einigermaßen zuverlässige Handyhalterung hat. Ansonsten sollten Sie Ihr Smartphone beim Filmen lieber nicht aus dem 5. Stock halten – kawumm.

 

Powerbank

Powerbank

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Warum brauche ich eine Powerbank?

Ohne Strom kein Video. Und weil das Filmen viel Strom verbraucht, ist eine Powerbank sinnvoll, wenn Sie viel außer Haus produzieren.

 

Vorteile von Powerbanks

Mit der Powerbank sind Sie unabhängig von Strom und Steckdosen und müssen die Áufnahmen nicht unterbrechen, nur weil der Akku leer ist.

 

Welche Powerbank ist der richtige?

Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie Ihr Smartphone damit mindestens zweimal aufladen können.

 

Gimbal

Gimbal

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Warum brauche ich einen Gimbal?

Ein Gimbal, ein sog. Schwebestativ, ist für die Produktion von Webvideos überhaupt nicht zwingend erforderlich – aber es peppt Videos unheimlich auf. Es gleicht Bewegungen aus und stabilisiert die Aufnahmen. Darum kann man mit Gimbal wackelfrei in der Hand halten und sogar herumlaufen – ein guter Gimbal gleicht die Bewegungen sanft aus. Das Ergebnis ist richtig großes Kino.

 

Gang durch den Flur ohne Gimbal:

 

Gang durch den Flur mit Gimbal – sanftes Gleiten:

Ist es nicht wundervoll, wie die Kamera sanft durch den Flur gleitet?

 

Vorteile des Gimbals

  • Gimbals geben Webvideos einen professionellen Look, besonders, wenn Sie damit herumlaufen. Solche Aufnahmen kennt man bisher nur von Kranfahrten in hochwertigen Filmen.
  • Der Vorteil des empfohlenen Gimbals ist, dass Sie keine App brauchen. Die Handhabung ist denkbar einfach: Smartphone einklemmen, beim ersten Mal das Smartphone waagrecht ausrichten – geht ganz einfach und mechanisch – und schon können Sie loslegen.
  • Eine App gibt es auch, mit der können Sie Kameraoptionen manuell einstellen und raffinierte Videoaufnahmen anfertigen, wie Vertigo-Effekt, Objektverfolgung etc. Aber das ist etwas kompliziert. Darum rate ich: Nutzen Sie den Gimbal erstmal als Schwebestativ. Bei Bedarf beschäftigen Sie sich nach und nach mit der App.
  • Oft ersetzt der Gimbal ein Stativ.

 

Stativ

Stativ mit Schwenkkopf

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Handy-Halterung

Und dazu eine Halterung, mit der man das Smartphone ans Stativ befestigen kann (und die das Smartphone garantiert gut festhält).

 

Warum brauche ich ein Stativ?

  • Ein Stativ ist dann sinnvoll, wenn Sie aus einer bestimmten Perspektive filmen möchten. Wenn Sie z.B. vorführen wollen, wie man eine Origami-Figur faltet. Dann befestigen Sie das Smartphone auf dem Stativ und zeigen in Nahaufnahme, wie Sie die Origami-Figur falten – alles aus einer Perspektive heraus.
  • Wenn Sie alleine arbeiten und sich selbst filmen möchte.
  • Sie filmen hauptsächlich drinnen oder bauen eine Art Studio auf.

 

Wann ist ein Stativ nicht sinnvoll?

Ein Stativ ist NICHT sinnvoll, wenn Sie z.B. immer von unterwegs und an verschiedenen Orten filmen. Ein Stativ ist im Vergleich zur restlichen Video-Ausrüstung nämlich schwer und unhandlich. Und es dauert eine halbe Ewigkeit, bis es aufgebaut, auf die richtige Höhe eingestellt und mit Wasserwaage ausgerichtet ist – erst recht, wenn Sie von einer Situation mehrere Einstellungsgrößen brauchen und deshalb das Stativ mehrfach umstellen und einstellen müssen.

 

In der Praxis zeigt sich, dass kaum ein Smartphone-Filmer ein Stativ mit sich herumschleppt, sondern lieber in die Jackentasche greift und einen Selfistick herausholt. Und die spezielle Optik, die ein Video durch den Selfiestick bekommt, passt ausgezeichnet zum Medium.

 

Welches Stativ ist das richtige?

Wenn Sie Geld in ein Stativ investieren möchten, dann achten Sie darauf, dass es einen Fluid-Schwenkkopf besitzt. Damit können Sie wundervoll ruckelfrei schwenken – das funktioniert bei einfachen Stativen, wie man sie z.B. für Digitalkameras nutzt, nicht. Das hier empfohlene Stativ besitzt auch eine integrierte Wasserwaage (unter dem Schwenkkopf), um es auszurichten.

 

Achten Sie darauf, dass das Stativ ein 1/4″ Gewinde hat, damit Sie Ihre Smartphone-Ausrüstung, wie z.B. die Handy-Halterung, anschließen können.

 

Vorteile eines Stativs

  • Sie können Aufnahmen alleine durchführen, weil das Smartphone vom Stativ gehalten wird.
  • Es gelingen völlig wackelfreie Aufnahmen – die aber statisch wirken können und nicht für jede Videoart geeignet sind.

 

Tischstativ

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Warum brauche ich ein Tischstativ?

Es heißt zwar „Tischstativ“, aber es lässt sich natürlich nicht nur auf den Tisch stellen. Ich liebe es, das Tischstativ im U-Bahnhof auf den Boden zu platzieren. Es sieht klasse aus, wenn in Nahaufnahme viele Füße in die U-Bahn strömen. Oder stellen Sie das Tischstativ in die Wiese und filmen die grasenden Enten auf Augenhöhe. Herrlich!

 

Welches Tischstativ ist das richtige?

Es gibt eine Menge Tischstative auf dem Markt. Wichtig ist, darauf zu achten, dass es stabil ist und nicht umkippt. Für mich ist ein Kugelkopf wichtig, mit dem man das Smartphone neigen kann. Das hier vorgestellte Ministativ kostet um die 20 Euro – es gibt billigere, aber dieses hier rentiert sich.

 

Vorteile des Tischstativs

  • Tischstativ Manfrotto als HandhalterungEin großer Vorteil eines Tischstativs sind die besonderen Perspektiven, die man damit filmen kann.
  • Durch den Kugelkopf kann man das Smartphone neigen.
  • Klappt man die Beine des Stativs zusammen, entsteht eine Handyhalterung, mit der Sie das Smartphone stabiler und wackelfreier halten können.

 

Videos mit dem Smartphone: Zuletzt ein paar Tipps

  • Wenn Sie Videos fürs Internet oder für Soziale Netzwerke erstellen, versuchen Sie nicht, das Fernsehen zu kopieren. Eine Reportage nach Machart des Fernsehens funktioniert im Web nicht. Stellen Sie sich auch nicht mit großen Mikro vor die Kamera und geben den Reporter.

 

  • In Webvideos brauchen wir keine Geschichte, die wir von Anfang bis Ende erzählen.

 

  • Wunderbar funktionieren Erklärvideos. Wenn Sie also ein Produkt herstellen oder für ein Fachmagazin arbeiten, zeigen Sie im Video, wie das Produkt funktioniert. Oder zeigen Sie Tricks für die einfachere oder schnellere Bedienung.

 

  • Arbeiten Sie in einer Redaktion, zeigen Sie z.B. vom Karneval die raffiniertesten Verkleidungen in der Fußgängerzone und legen einfach Musik aufs Video.

 

  • Nehmen Sie kein umfangreiches Interview auf, das funktioniert nicht im Web.

 

  • Fragen Sie Passanten nach ihrer Meinung zu einem bestimmten Thema und schneiden die besten drei Antworten zusammen.

 

  • Befinden Sie sich an einem besonderen Ort oder in einer besonderen Situation, zeigen Sie dies KURZ Ihren Zusehern. Sie müssen keine Geschichte drumherum erzählen.

 

  • Videos sollten für Ihre Leser ein Zuckerl sein.

 

  • Erstellen Sie schnelle Videos. 30 bis 90 Sekunden reichen völlig aus. User haben keine Zeit.

 

  • Beginnen Sie das Video spannend, denn User entscheiden in den ersten drei Sekunden, ob sie das Video ansehen oder weiterklicken.

 

  • Denken Sie beim Filmen daran, dass Ihre Videos oft auf dem Smartphone angesehen werden. Das Display ist also ziemlich klein. Deshalb sollten Sie beim Filmen nah rangehen. Eine Einstellung, bei der der Protagonist ganz hinten als kleiner Punkt zu sehen ist, ist für ein kleines Handy-Display nicht geeignet.

 

Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Produzieren von Videos mit dem Smartphone. Sie werden sehen, es macht richtig Spaß!

 

 

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